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auf dem Abenteuerlichen Bauspielplatz „KOLLE 37“ - auf den Spuren der ältesten Menschen und ihrer Gesellschaft - Steinzeit hautnah erfahren und mit den Händen begreifen

Pädagogisch betreute Spielplätze sind Freizeitorte, außerschulische Lernorte und Kooperationspartner von institutionellen Bildungseinrichtungen verschiedenster Art. Mit Grundschulen haben sie einen gemeinsamen Einzugsbereich von Kindern ab 5 Jahren. Methodisch-didaktische Kompetenzen der Schulen ergänzen sich durch die vielfältigen materiellen und personellen Ressourcen und Kompetenzen von Abenteuerspielplätzen oder Jugendfarmen. Hier gibt es Tiere, eine ganzjährige Feuerstelle oder Werkzeuge und Raum, größere Bauprojekte zu verwirklichen.

Das Kooperationsprojekt zwischen dem Abenteuerlichen Bauspielplatz „Kolle 37“ und der Grundschule am Kollwitzplatz beschäftigt sich mit der Menschwerdung und der Entwicklung der Menschheit von Altsteinzeit, Jungsteinzeit über Bronzezeit bis ins Frühmittelalter/Eisenzeit in der Region Brandenburg. Die Frage „Wie war das damals?“ schließt ja auch immer die Frage ein „Wie gelangen Geschichtsforscher und so auch forschende Kinder zu Erkenntnissen über die Vergangenheit?“. Archäologie erforscht weltweit und durch alle Epochen der Menschheitsgeschichte die Vergangenheit, gewinnt durch Ausgrabungen und durch Experimente neue Erkenntnisse über das Leben der Menschen. Experimentelle Archäologie kann diese Erkenntnisse mit pädagogischen Methoden hautnah zum Erfahren und Begreifen vermitteln. Es werden alte, vergessene Techniken wiederentdeckt und hier aufbereitet weitergegeben.

Der Ansatz vom Programm „Schule & Co“ der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin bietet dabei sowohl im Rahmen von handlungsorientiertem Geschichtsunterricht als auch im Rahmen von Freizeitprojekten an einem Ort außerschulischer Bildung beiden Ansätzen Raum sich mit dem jeweils anderen auseinanderzusetzen, Synergien zu entdecken und den Kindern spannende Angebote zu unterbreiten. Eine Startfinanzierung der Stiftung sicherte für das Jahr 2006 die erste Projektphase.

Ressourcen gemeinsam schaffen

Neben dem Bau einer jungsteinzeitlichen Rundhütte werden viele Materialien und Gegenstände benötigt, die in der Anfangsphase beschafft und gesammelt wurden:

 

Feuerstein und Pyrith zum Feuer schlagen, Speckstein für Skulpturen und Gießformen, Sitzfelle, tierische Materialien wie Knochen, Federn, Geweihe, Leder, Pfeil und Bogen, Ton, Holz und vieles mehr. Am Sammeln beteiligten sich sowohl die Kinder aus dem offenen Bereich des Spielplatzes, als auch die Schüler der Grundschule, die Eltern, Freunde und Verwandten aller Beteiligten. Die Planung wurde wesentlich unterstützt durch AGIL - Büro für angewandte Archäologie aus Reppenstedt bei Lüneburg.

Der Bau einer Lehmhütte wurde eingebunden in die seit vielen Jahren auf dem Abenteuerspielplatz stattfinden Hüttenbauprojekte. Ein Reetdach konnte durch eine Sachspende realisiert werden. Die Kinder des Abenteuerspielplatzes, der Grundschule am Kollwitzplatz und anderer Schulen sind seitdem aktiv am Lehmbau beteiligt.

Handlungsorientierter Geschichtsunterricht

Seit September 2006 besteht nun für alle Grundschulen die Möglichkeit, handlungsorientierten Geschichtsunterricht in Kooperation mit dem Abenteuerspielplatz zu veranstalten. Das Beschäftigen mit alten Handwerken hat auf diesem Spielplatz eine lange Tradition: Lehmbau, Holzbau, Felle gerben, Kochen, Schmieden.

Die Jungsteinzeit bietet unter den Themen „Essen“ und „Wohnen“ die Möglichkeit, Pfeile zu bauen und sich im Bogenschießen auszuprobieren, am Lehmhaus weiterzubauen sowie nach Rezepten zu kochen und zu backen, die pflanzliche Zutaten beinhalten, die für diese Zeit nachweisbar sind.

Die Bronzezeit spricht die Themen „Landwirtschaft“ und „Kunst“ an, wo Tierhaltung (Kaninchen, Schafe, Ziegen), Schafschur, Wollverarbeitung und Kupfer-/Zinnschmieden, Bronzeguss vorbereitet werden können.

Das Frühmittelalter steht thematisch unter dem Zeichen von „Kleidung“ und „Technik“. Filzen und andere textile Techniken können Unterschiede zu den Zeiten der Urmenschen verdeutlichen, das Schmieden von Eisenwerkzeugen bringt auch neue Kulturtechniken mit sich. Frühmittelalterliche Handelsorte waren auch immer Orte, in denen unterschiedliche Kulturen aufeinander trafen. Unter dem Motto „Slawen, Deutsche, Wikinger, Römer - Multikulturalität im Frühmittelalter“ werden den Kindern Tradition, Chance und Perspektive vom Miteinander verschiedener Herkünfte verdeutlicht.

Ganz konkret kamen in den Monaten seit September 2006 schon 38 Schulklassen, meist 5. Klassen, die im Steinzeithaus empfangen werden und dann spielerisch in den Steinzeit-Projekttag einsteigen. Die Klasse wird geteilt. Eine Hälfte kocht und bäckt, während von den anderen sich jeder einen Pfeil mit Steinspitze bauen kann. Nach einer dreiviertel Stunde sind die Gruppen mit Bauen und Kochen fertig. Dann wird der zubereitete Hirsebrei gegessen. Anschließend tauschen die Gruppen und während die anderen jetzt Pfeile bauen, kochen die einen Wildgemüse zu einer Suppe. Vor dem abschließenden Bogenschießen für die gesamte Klasse kann natürlich die Gemüsesuppe verspeist werden.

 

Bei Interesse senden wir Ihnen gern ein Angebot:

Ansprechpartner: Katrin Gestewitz

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Tel. 030- 44 28 122

Kooperationspartner:

www.gs-am-kollwitzplatz.cidsnet.de